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Ein Freund geht ! Großer Bahnhof für Pfarrer Kleefeld Weit über 300 Gäste verabschiedeten den beliebten Seelsorger am Sonntag, 27.2.2011 mit einem festlichen Gottesdienst und einem anschließenden Empfang in der Schulturnhalle. Er tritt eine Dekanstelle in Coburg an.
Wir lassen heute unseren Pfarrer ziehen. Mit einem großen weinenden Auge aber auch mit einem kleineren lachenden Auge. Es geht heute, Gott sei Dank, nicht um das Ende des Weges sondern um einen Aufstieg unseres Pfarrers. Sie haben es sich verdient.
Es ist üblich bei solchen Anlässen zurück zu blicken. Dies mache ich sehr gerne. Die Zusammenarbeit mit ihm war immer friedlich und sachlich. Wenn es um seine beziehungsweise unsere Kirche ging, war er aber auch sehr hartnäckig ohne jemals verletzend zu sein.
Ich bewundere vor allem seine Geduld und die Ruhe, die er ausstrahlt. Auch bei unserem ersten gemeinsamen Projekt, dem Bau des Kindergartens Regenbogen, halfen seine positiven Eigenschaften. Meine Zusage, dass die Einrichtung im Jahr 1996 in Betrieb geht, wurde erfüllt. Auch wenn unser Oberkindergärtnerin Reinhilde Rauscher manchmal der Verzweiflung nahe war. Seine besondere Aufmerksamkeit galt immer der Kinder- und Jugendarbeit. So wurden die positiven Neuerungen vom Kindergarten Regenbogen Zug um Zug auch im St. Johannes umgesetzt. Beispielsweise die Neugestaltung des Freigeländes.
Als wir von der Gemeinde anfragten, war er sofort bereit die erste Kinderkrippe von Wilhermsdorf einzurichten. Die verwaltungstechnischen Änderungen bei der Abrechnung der Kindergärten bereiteten ihm lange große Sorgen. Doch diese schwierige Aufgabe wurde gemeistert. Ich bin froh, dass die Trägerschaft der Kindergärten bei den Kirchen liegt. Im Rahmen der Jugendarbeit übernahm er die Führung beim Runden Tisch, der als Bindeglied zwischen Schule, Jugendtreff, Kirchen und Gemeinde dient. Logische Folge war auch, dass er sich an die Spitze des Regionalteams setzte. Als er erkannte, dass wir uns stärker für die Betreuung der älteren Schüler einsetzten müssen, konzipierte er die Nachmittagsbetreuung. Es waren mehrere Anläufe nötig, um die Einrichtung zum Laufen zu bringen. Steter Tropfen höhlt den Stein. Durch die Einführung der Ganztagesschule erübrigte sich allerdings diese sinnvolle Einrichtung im alten Hausmeisterhaus der Schule. Doch nicht nur der Jugend, sondern auch den alten und schwachen Mitbürger gehört unsere Aufmerksamkeit. Nach mehreren Anläufen entsteht nun, auch Dank ihrer Mithilfe, eine Seniorenbetreuung in Wilhermsdorf. Ich hoffe, dass sie uns bei der Einweihung im Spätsommer dieses Jahres besuchen. Es ist nicht in jeder Gemeinde üblich, aber bei uns gehört die Kirche mit dazu, wenn wir etwas neues Bauen oder Einrichten. Sei es Rathaus, Spielplatz, Umgehungsstraße oder Turnhalle. Wir wissen, dass wir trotz viel Fleiß, Glück, und Geschick auf die Hilfe unseres Herrgottes angewiesen sind. Eine der schwersten Stunden durchlebten wir gemeinsam. Die Bewältigung des Mordes an der Schülerin Carla erforderte Feingefühl, Teamgeist und Entschlossenheit. Die aufgeschreckten Bürgerinnen und Bürger mussten zusammengehalten und beruhigt werden. Wir sehnten uns nach nicht mehr, als nach Normalität. In dieser Situation bewies er zusammen mit vielen anderen Beratern und Beraterinnen die ich um mich scharte, Stärke und er fand immer die richtigen, oft auch sehr nachdenklichen, Worte. Nur wer dabei war kann die Situation begreifen. Es war die schwierigste Zeit während meiner nun fast 15 jährigen Bürgermeistertätigkeit. Doch auch persönlich verband uns viel. Irgendwie und irgendwo trafen unsere Kinder immer aufeinander. Höhepunkt war ein Gespräch bei dem wir beide glaubten unsere Kinder gehen in die gleiche Klasse. Meine Frau hat mich allerdings aufgeklärt und scharf darauf hingewiesen, dass dies schon länger nicht mehr der Fall ist. Auch unsere Geburtstage feierten wir am gleichen Tag. Gerne erinnere ich mich an die vielen Gespräche, die wir bei Festen und Feiern führten. Sie haben ihre Spuren im Fels der Geschichte von Wilhermsdorf hinterlassen und waren ein guter Diener ihres und unseres Herren. Wir tun es nicht für uns, sondern für die Sache. Diesen Spruch habe ich nicht vergessen. Ich wünsche ihnen in ihrem neuen Wirkungskreis wieder viele Freunde, die sie und ihre Familie wohlwollend begleiten. Ich möchte Sie mit einigen Worten aus dem Musical „der kleine Tag“ verabschieden. Es geht nicht dass ich bleib Mich ruft mein Stern Die Reise ist noch weit Ich gehe gern.
Abschied heißt: Was Neues kommt Denn anderswo gibt es ein Hallo Etwas Neues kommt, etwas Anderes Etwas Neues zum Freu`n.
Im Namen des Marktes Wilhermsdorf und auch ganz persönlich darf ich mich bei Ihnen sehr herzlich für alles Geleistete bedanken. Ich darf ihnen den Ehrenteller des Marktes überreichen.
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