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Ökokonto – ökologische Aufwertung des Grundstückes FlurNr. 305 Gemarkung Kirchfarrnbach am 21.03.2011
Bei der Aufstellung von Bebauungsplänen sind die Belange des Umweltschutzes einschließlich Naturschutz und Landschaftspflege angemessen zu berücksichtigen. Daher soll mit Grund und Boden sparsam und schonend umgegangen werden, zusätzliche Flächenversiegelungen sollen auf das notwendige Maß begrenzt werden. Zum Ausgleich für Beeinträchtigungen und Eingriffe durch die Bauleitplanung oder auch durch bauliche Maßnahmen wie Straßen, Schienenanlagen, Flughäfen usw. sind ausreichende Ausgleichsmaßnahmen durchzuführen und nachzuweisen. Zu diesem Zweck führen die Gemeinden in Bayern seit einigen Jahren sog. „Ökokonten“ Dort können Maßnahmen, die eine ökologische Aufwertung darstellen, als Guthaben einbuchen. Von diesem Guthaben werden Maßnahmen, die Eingriffe verursachen, in bestimmten Größenordnungen wieder abgebucht. Die Gemeinden haben dafür zu sorgen, dass das Guthaben größer ist als die abzubuchenden Maßnahmen.
Im Jahre 2005 wurden dem Markt von privater Seite mehrere Grundstücke zum Kauf angeboten, darunter auch das Grundstück FlurNr. 305 Gemarkung Kirchfarrnbach. Bereits damals beurteilte die Untere Naturschutzbehörde beim Landratsamt Fürth dieses Grundstück als naturschutzfachlich wertvoll und entwickelbar. Allerdings war das Grundstück zu diesem Zeitpunkt langfristig verpachtet. Der Markt hat 2006 dennoch das Grundstück erworben und ist in einen bestehenden Pachtvertrag eingestiegen, der anschließend aufgelöst wurde. 2008 wurde mit der Unteren Naturschutzbehörde ein Entwicklungsziel festgelegt, für das der Landschaftspflegeverband Mittelfranken ein Konzept entworfen hat. Die bisher als mit geringer Bedeutung für Naturhaushalt und Landschaftsbild eingestufte Fläche soll durch folgende Maßnahmen ökologisch aufgewertet werden:
Am südöstlichen Rand entsteht ein Flachtümpel. Weitere Bodenmulden sollen für eine zumindest vorübergehende Durchfeuchtung dieses Bereiches sorgen. Angrenzend daran nach Westen erfolgt flacher Bodenabtrag auf mehreren Teilflächen, wobei das abgetragene Material als Hügel aufgeschüttet wird. Im Nordwesten wird eine Waldmantelpflanzung angelegt, die gegen Wildverbiss einzuzäunen ist. Im Norden sollen einige Initialgehölze als Sichtschutz eingebracht werden. Zudem ist beabsichtigt, einige Nistkästen für Vögel und Fledermäuse am Waldrand aufzuhängen sowie einige Ansitzstangen zu errichten. Die Nistkästen werden vom Landesbund für Vogelschutz betreut. Nach diesen Erstgestaltungsmaßnahmen soll die Fläche sich zu einem strukturreichen Lebensraum und Nahrungsbiotop für zahlreiche Tierarten entwickeln. Gelegentlichen Pflegemaßnahmen sollen später eine optimalen ökologischen Zustand aufrecht erhalten. Der Anrechnungsfaktor für diese Fläche beträgt 0,5. Das bedeutet, dass nach Abschluss der Maßnahme der Markt von den rd. 13.800 m² Grundstücksfläche auf seinem Ökokonto 6.900 m² als Guthaben einbuchen kann. Der finanzielle Aufwand hierfür beträgt voraussichtlich nicht mehr als etwa 2000 €. Die Pflanzarbeiten werden von Schülern der Landwirtschaftlichen Berufsschule Fürth im Rahmen eines Praxistages ausgeführt, die Erdbewegungen führt der gemeindliche Bauhof aus. Die Leitung für diese Maßnahme obliegt Herrn Dieter Speer vom Landschaftspflegeverband Mittelfranken. Die Aktion wird an einem Tag durchgeführt und abgeschlossen.
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