Soldatengedenken 16. April 2009

 

 

 

Der Markt und die Soldatenkameradschaft Wilhermsdorf gedenken gemeinsam jedes Jahr am 16. April der 29 Soldaten, die den Befehl hatten Wilhermsdorf zu verteidigen und dabei in einem sinnlosen Kampf ihr Leben lassen mussten.

 

Hier ein Auszug aus der Rede von Bürgermeister Harry Scheuenstuhl:

 

Bericht einer Zeitzeugin

Ich hatte das Nötigste schon vorher in den Kindersportwagen gepackt und es war keine Minute zu früh; ein Blick durch das Fenster im 1. Stock überzeugte mich davon. Der Feind stand schon im Ulsenbachgrund mit Militärfahrzeugen, Panzern usw. Die Angst trieb mich mit dem Kind vorwärts. Im Luftschutzkeller war schon alles voll. Man musste durch die Brauerei, dann führte ein Holztor zu drei Gewölben, die in der Mitte zusammenliefen und dort einen einzigen Luftschacht besaßen. Es waren mehrere hundert Frauen, Kinder und alte, kranke Leute dort. Es dauerte nur wenige Stunden, dann brannten die mitgebrachten Kerzen nicht mehr, da der Sauerstoff knapp wurde.

 

Tagebuchauszug von Herrn Georg Lotter

Wieder ein Jahr ist dahin gegangen, das 4. seit unser Hans gefallen ist. Dieses Jahr hat endlich das Ende des schrecklichsten aller Kriege gebracht. Bedingungslose Kapitulation, unverstellbares Elend in den Städten und vielen zerstörten Ortschaften ist das Ergebnis dieses Krieges, den gewissenlose Menschen vom Zaun gerochen haben. Jede Familie trägt schwer an irgendeinem großen Unglück, von dem sie betroffen worden ist. Mein Schwager hat seine große Scheune in Schutt und Asche sinken sehen. Wir aber verloren ein teures, unersetzlichen Menschenleben, die Stütze meines Alters, den Stammhalter und Nachfolger. Materielles Unglück wäre zu ersetzen gewesen, diese aber nicht. 

Auf Vorschlag von Bürgermeister Harry Scheuenstuhl nimmt ab 2010 eine Schulklasse an dieser Veranstaltung teil.

 
 

SPD Gemeinderätin Dr. Liane Humann-Scheuenstuhl

SPD Gemeinderat Josef Singer