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Würdevolle Erinnerung
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Am 16. April 2007 fand unter Beteiligung der Bevölkerung und der Soldatenkameradschaft am Friedhof in Wilhermsdorf eine Gedenkstunde zur Erinnerung an die Ereignisse vom 16. April 1945 statt. Wilhermsdorf wurde an diesem Tag von den vorrückenden amerikanischen Truppen eingenommen. Deutsche Soldaten bekamen den sinnlosen Befehl Wilhermsdorf gegen den weit überlegenen Gegner zu verteidigen.
Ansprache von Bürgermeister Harry Scheuenstuhl
Meine sehr geehrten Damen und Herren! es freut mich, dass wir uns heute wieder so zahlreich zu dieser kleinen Gedenkfeier zusammenfinden. Wir wollen heute an die 29 Soldaten erinnern, die am 16.4.1945 ihr Leben lassen mussten. Wie war es an diesem Tag, dem 16.April 1945 ? Bereits um 6 Uhr wurden die Wilhermsdorfer aus ihren Betten gerissen, als deutsche Soldaten die Brücken über den Ulsenbach und die Bahnbrücke sprengten. Die Leute eilten um ca. 9 Uhr in die Schutzräume, sie rannten um ihr Leben. Im größten Bunker im Brauhaus harrten ca. 1000 Menschen aus, was da kommen mag. Neuhof und Adelsdorf brannten bereits lichterloh. Zeitzeugin Gerade, als meine Mutter ins Dorf gehen wollte, sagte ein im Rückzug befindlicher junger deutscher Soldat ca. 18 Jahre alt im Vorbeigehen, er habe solch großen Durst. Meine Mutter sagte zu ihm, er solle schnell mit heraufkommen, sie gebe ihm etwas zu trinken. Das hatte der Hauptmann gehört, der sofort zu ihr herkam und sagte, sie solle ihren Mund halten, sonst werde sie sofort erschossen. Meine Mutter sagte zwar noch, er solle tun was er nicht lassen könne, ihr läge an allem nichts mehr, da ihr Sohn und verschiedene Verwandte im Krieg seien und sie wisse sowieso nicht, ob sie diese wieder sehen würde, aber der Hauptmann trieb diesen Burschen und auch die anderen weiter. Sie konnte und durfte dadurch dem durstigen jungen Soldaten nichts geben. Brüder werden Die Menschen hier auf Erden, die wollten Brüder werden, doch nein, doch nein, doch nein - sie waren arme Tröpfe und schlugen sich die Köpfe mit Quadersteinen ein. Das ging zigtausend Jahre, sie rauften sich die Haare, und doch, und doch, und doch: Sprach mal von Frieden einer, da hörte auf ihn keiner, und so geht's heute noch. Ihr Menschen hier auf Erden, wollt ihr nicht klüger werden? Na klar, na klar, na klar! Wir fliegen zu den Sternen, da werden wir es lernen, da wird es wunderbar! So reden sie nun weiter und werden nicht gescheiter, o Mann, o Mann, o Mann! Warum versucht es keiner? Und warum fängt nicht einer mal bei sich selber an? Rudolf Otto Wiemer Ich finde Kriege nicht schön "Ich finde Kriege nicht schön, an deren Ende Grabsteine stehen, der Kampf gefällt mir nicht, auch wenn er woanders ausbricht. Der Frühling ist mir lieb, der bunte Blüten trieb auf großen, grünen Feldern, und Winde in den Wäldern. Der Tau ist's, der mir Freude macht. Ich liebe die nächtlichen Sterne und den Duft von Jasmin in kalter Nacht. Auch höre ich nachts den Regen gerne. Ich finde Kriege nicht schön, auch Blumen nicht, die an Grabsteinen stehen; den Frieden liebe ich, und er kommt sicherlich." Matti Joseph, 9 Jahre, Bat Yam
Wir wollen heute gemeinsam diesen Kranz in Gedenken an diese Soldaten niederlegen. Es waren Soldaten im Alter von 17, 18 oder 19 Jahren. Nur der Hauptmann Heinz Frank und seine Unteroffiziere und ein Gefreiter waren um die 30 Jahre alt. Sie sollen uns an die Schrecken des Krieges erinnern, der auch in Wilhermsdorf seine Spuren hinterlassen hat. 135 Gefallene und 36 Vermisste bezeugen dies. Ihr sollt eine Mahnung an uns Lebenden sein, der Friede ist das Höchste Gut der Menschheit.
Im Anschluss sprach noch Walter Pfeffer als Vertreter der Wilhermsdorfer Soldatenkameradschaft. Mit zwei Musikstücken, die von Roland Riedel und Grete Eberlein vorgetragen wurden, ging die Gedenkfeier zu Ende.
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