22.06.2007

Kommunalbrief der BayernSPD-Landtagsfraktion:
Sparkassen erhalten - Ganztagsschulen ausbauen


Sehr geehrte Damen und Herren,

in der neuen Ausgabe unseres elektronischen Kommunalbriefs informiert die SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag über folgende Themen:

  • Öffentlich-Rechtliche Sparkassen müssen erhalten bleiben
  • Umwandlung von Klassen in Ganztagsklassen an den Grund- und Hauptschulen
  • Kommunen müssen an der regionalen Bildungsplanung beteiligt werden
  • Zum Tag des öffentlichen Dienstes

Mit freundlichen Grüßen
Edwin Raithel
Pressereferent SPD-Landtagsfraktion
http://www.bayernspd-landtag.de
e-mail: edwin.raithel@bayernspd-landtag.de


 

Öffentlich-Rechtliche Sparkassen müssen erhalten bleiben

 

Helga Schmitt-Bussinger und Experten warnen nach SPD-Fachgespräch vor NRW-Privatisierungsplänen und Strategiepapier des Bundesverbandes Deutscher Banken

"Dies ist der Ausverkauf der Sparkassen und tausende kleiner und mittelständischer Unternehmer würden gefährdet." Die kommunalpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Helga Schmitt-Bussinger, warnt vor Plänen, die öffentlich-rechtlichen Sparkassen zu privatisieren.  "Öffentlich-rechtliche Sparkassen müssen erhalten bleiben und bringen der Region gerade im Flächenstaat Bayern viele Vorteile. Das kundennahe Netz der Sparkassenfilialen gehört zur notwendigen Grundversorgung insbesondere für ältere Menschen und für solche Familien, die bei der Sparkasse ihr Girokonto und Sparbuch haben. Öffentlich rechtliche Sparkassen stehen für ein gleichmäßiges Angebot im flachen Lande und haben den Vorteil der Kundennähe. Ohne die öffentlich rechtlichen Sparkassen und Genossenschaftsbanken wäre der Mittelstand der Region unterfinanziert," betonte die SPD-Abgeordnete nach einem Fachgespräch der SPD-Landtagsfraktion "Die Zukunft der Sparkassen und ihre Bedeutung für die Region."

In England haben seit der Privatisierung rund 5 Millionen Menschen kein Girokonto mehr. "So sieht es dann bei einer Privatisierung der Sparkassen auch bald in Deutschland aus. Die Situation der deutschen Banken und Sparkassen ist einmalig - dies darf man nicht aufs Spiel setzen," unterstrich der Memminger Oberbürgermeister Ivo Holzinger, der beim Fachgespräch der SPD-Landtagsfraktion als Vorsitzender der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik hervorhob, dass die bayerischen Kommunen voll hinter den Sparkassen stünden. Das leistungsfähige Unternehmen Sparkassen mit regionaler Verpflichtung sei von Vorteil auch für die Kommunen, so Holzinger. Es gelte, diese Ausgewogenheit auch weiterhin zu bewahren, da man auch als Kommune davon viele Vorteile habe.
Menschen, auch mit niedrigem Einkommen, müssen ihr Giro-Konto und ihr Sparbuch bei der Sparkasse behalten können, unterstrich Hans Harald Ströttgen, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse München. Er verwies auf die wachsende Armut, gebe es doch bereits 12.000 Konten für Sozialhilfeempfänger bei der Münchner Stadtsparkasse -   insgesamt 840.000 Kunden, also mehr als jeder zweite Münchner. Die Stadtsparkasse München werde ihrer sozialen Verantwortung gerecht, so Ströttgen, gründe sie doch demnächst eine soziale Stiftung und werde zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie eigene Kindergärten aufbauen.
Der Münchner Stadtkämmerer und Mitglied im Verwaltungsratausschuss der Sparkasse, Ernst Wolowicz, wies auf ein Strategiepapier des Bundesverbandes Deutscher Banken hin, wonach sich die öffentliche Hand aus dem Bankengeschäft zurückziehen solle. Wir müssten wachsam bleiben, um das deutsche Drei-Säulen-Modell zu retten.
Die Bedeutung der Sparkassen zur Entwicklung der Region hob Hans F. Trunzer von der IHK Oberfranken hervor. Die Sparkassen seien der dominierende Finanzdienstleister der kleinen und mittleren Betriebe.


 

Stellen Sie weiterhin Anträge zur
Umwandlung von Klassen in Ganztagsklassen
an den Grund- und Hauptschulen!

Die Vergabe der Standort für weitere gebundene Ganztagsklassen an Grund- und Hauptschulen ist in der letzten Woche durch das Kultusministerium erfolgt. Über die Hälfte der Anträge wurden nicht berücksichtigt, obwohl auch bei denen, die jetzt abgelehnt wurden, der Bedarf unzweifelhaft da ist. Bei dem Tempo des Ausbaus, das die Staatsregierung an den Tag legt, kann man kaum von einem ernsthaften Versuch sprechen, die Hauptschulstandorte zu stärken, noch dazu wo die 300 einzügigen Hauptschulen ohnehin von vornherein von diesem Angebot der Umwandlung ausgeschlossen sind.

Die SPD- Landtagsfraktion bittet Sie als in den Kommunen Verantwortliche daher dringend, sich nicht entmutigen zu lassen und weiterhin Anträge für gebundene Ganztagsklassen zu stellen, dort wo Sie den Bedarf erkennen. Und zwar für alle Schularten - nicht nur für die Grund- und Hauptschulen. Wenn wir Sie unterstützen können, tun wir das gerne.

Kontakt:
Hans- Ulrich Pfaffmann, MdL
stv. Vorsitzender des Bildungsausschusses im Bayerischem Landtag
hans-ulrich.pfaffmann@bayernspd-landtag.de

Link zum Thema:
SPD-Fraktion will Gesamtkonzept zum
Ausbau von Ganztagsschulen in Bayern

SPD-Anträge (PDF):


 

Kommunen müssen an der regionalen Bildungsplanung beteiligt werden

 

Das Bayerische Kultusministerium führt gerade auf Regierungsbezirksebene regionale Bildungskonferenzen durch. In Niederbayern und Oberbayern finden sie im September statt, alle anderen Regierungsbezirke haben sie schon absolviert. Diese Konferenzen dienen dazu, regional Konsequenzen aus der Bildungsberichterstattung aus dem Jahr 2006 zu ziehen.
Die Bildungsberichterstattung hatte unter anderem ergeben, dass sich zum Teil erhebliche Unterschiede zwischen den Bezirken und Landkreisen bei der Ausnutzung der Übertrittsoption an die Gymnasien ergeben. Die regionalen Bildungskonferenzen sollen dazu dienen, Überlegungen anzustellen, wie die nötige Bildungsinfrastruktur verbessert werden kann. Das Kultusministerium versucht, das zunächst ausschließlich auf der Ebene der Verwaltungen durchzuziehen.

Die SPD-Landtagsfraktion hält das für falsch und regt daher an, die Beteiligung der politischen Ebene einzufordern. Regionale Schulentwicklungsplanung zu betreiben, ohne die kommunalen Parlamente mit einzubeziehen, ist zum Scheitern verurteilt.


 

Zum Tag des öffentlichen Dienstes: Staat muss wieder mehr ausbilden

 

"Ein gut funktionierender öffentlicher Dienst ist die Grundlage für einen stabilen demokratischen Staat, der für Frieden und innere Sicherheit sorgen muss", so die stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Fragen des öffentlichen Dienstes Christa Naaß mit Blick auf den Tag des öffentlichen Dienstes am 23. Juni.

In Zeiten der Globalisierung, in denen der Einzelne immer mehr auf der Strecke bleibe, müsse und der Staat dafür Sorge tragen, Rahmenbedingungen zu schaffen, die ein gleichberechtigtes und soziales Miteinander gewährleisten. Die Umsetzung dieser wichtigen Aufgabe werde von Menschen in der öffentlichen Verwaltung geleistet, denen in den letzten Jahren viel zugemutet worden sei: Arbeitszeiterhöhungen, Gehaltseinbußen und Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen seien mit wachsenden Anforderungen einher gegangen. "Durch die von der CSU-Staatsregierung über die Köpfe der Beschäftigten hinweg durchgezogene Verwaltungsreform wurden Strukturen zerstört und Bürgernähe durch Schließung und Verlagerung von Ämtern abgebaut", erinnert Christa Naaß.

Die nun von der Staatsregierung in Aussicht gestellte Anpassung der Bezüge um drei Prozent kompensiere bei weitem nicht die Verschlechterungen der vergangenen Jahre.

Naaß mahnt eine größere Ausbildungsbereitschaft des Staates an: "Der Freistaat Bayern hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr aus seiner Ausbildungsverpflichtung zurückgezogen", kritisiert die Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion für den öffentlichen Dienst. So werden derzeit nur mehr ein Fünftel derer in den mittleren Dienst aufgenommen, die im Jahr 1993 eingestellt wurden, im gehobenen Dienst ist es nur mehr Ein Drittel. "Eine Verwaltung ohne Nachwuchs ist eine Verwaltung ohne Zukunft", stellt Christa Naaß fest und fordert, den Einstellungskorridor wieder etwas zu verbreitern.

Die SPD-Abgeordnete nimmt den Tag des öffentlichen Dienstes aber auch als Anlass, den Beschäftigten ihren Respekt, Anerkennung und Dank für die geleistete Arbeit aussprechen.

PDF-Download zum Thema:
Position der SPD-Landtagsfraktion zum  Beamtenstatus
SPD-Antrag Schulung von Führungskräften
SPD-Antrag Verwaltungsangestellte an staatlichen Schulen

 
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