Volkstrauertag 2007

Bürgermeister Harry Scheuenstuhl und Gemeinderat Josef Singer

 

Auch in diesem Jahr war die Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag im Ehrenhain gut besucht. Der Schulchor, der Gesangverein Heimdal, die Musikkapelle Wilhermsdorf und der Posaunenchor umrahmten die Veranstaltung.

Ansprache von Bürgermeister Harry Scheuenstuhl

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

hier im Ehrenhain stehen auf den Denkmälern zu Ehren der

Gefallenen und Vermissten des Ersten und

Zweiten Weltkrieges viele Namen.

Hinter jedem Namen verbergen sich Schicksale.

Schicksale der Menschen und deren

Angehörigen, Freunden, Bekannten.

Schicksale, die sich in unserem Ort zuge -

tragen haben. Namen, in Stein gemeißelt.

In unserem Alltag tritt die Botschaft des

Denkmals hinter unseren alltäglichen

Gedanken zurück.

Woran soll uns das Denkmal erinnern, was

können uns die Namen heute, nachdem

62 Jahre seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges

vergangen sind, noch mitteilen?

Bleiben wir stehen, vor den Steinen mit ihre
Namen. Nehmen wir uns Zeit zum Nachdenken.

Gönnen wir uns die Geduld, eine Vorstellung

von den Menschen und ein Bild von den

Ereignissen, die ihnen zum Verhängnis

wurden, zu entwerfen.

Geben wir unseren Gefühlen die Freiheit, die

Schicksale von Mitbürgerinnen und Mit -

bürgern, auch wenn wir sie nicht persönlich

gekannt haben, nachzuempfinden.

Wenn wir es zulassen, verlieren die Gedenksteine

ihre Stummheit, fangen an, sich mitzuteilen.

Jeder von uns wird seine eigenen

Wahrnehmungen haben, seine eigenen

Empfindungen.

Die Denksteine sind ein Mahnmal, ein Mahnmal

wider die größte Geisel der Menschen:

Vergangen sind die beiden Weltkriege, - das

heißt, - die Kriegshandlungen sind vorbei.

Vergangen ist nicht die Lust, politische

Auseinandersetzungen militärisch zu lösen.

Über 200 Kriege überall auf der Welt seit

1945, die bald die Zahl der Toten des Zweiten

Weltkrieges übertroffen haben werden,

sind die verheerende Bilanz nach 62 Jahren.

Vergangen ist nicht die Bereitschaft,

Gewalt als Mittel zur Durchsetzung staatlicher,

aber auch religiöser oder gar persönlicher Macht-, Gebiets- oder Besitzansprüche anzuwenden.

Von den getöteten Zivilisten, Frauen und

Kindern, spricht kaum jemand. Von den

Millionen Bürgerkriegsopfern der letzten

Jahre und Jahrzehnte in Afrika spricht

niemand.

Die Ursache ist immer dieselbe:

Ein Mangel an dem, was Albert Schweitzer

die „Ehrfurcht vor dem Leben“ nannte.

Ein Mangel an jenen Inhalten des Leitmotivs

christlich-humanistischer Lebensweise.

Die Vergangenheit ist uns heute

gegenwärtig, lassen sie uns die Gegenwart

bewusster und ehrlicher betrachten und uns

fragen, ob wir, die Würde der Mitbürgerin, des Mitbürgers

genügend beachten, und lassen sie uns die

ungeheure Kraft und die Qualität für das

Zusammen leben spüren, die in dem Leitgedanken

des Friedensnobelpreisträgers Albert

Schweitzer liegt.

„Ehrfurcht vor dem Leben“

 

 

 
 

1. Schützenmeisterin Wernhilde Mann

Harry Scheuenstuhl, Alexander Schick, Carsten Poppe

       
 
       
 

Johann Steinmetz (Gartenbauverein), Alexander Schick (Feuerwehr Wilhermsdorf), Carsten Poppe (TSV), Karlheinz Böhm (TSV)

 

Inge Büttner