| Sehr geehrte Damen und Herren,
in der neuen Ausgabe unseres elektronischen Kommunalbriefs informiert
die SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag über folgende Themen:
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Staatsregierung spart weiter zu Lasten der Kommunen
SPD-Finanzsprecher Heinz Kaier in Haushaltsdebatte:
Investitionsfördermittel im kommunalen Finanzausgleich
zusammengestrichen
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Mit neuem Krankenhausgesetz ist flächendeckende Versorgung in Gefahr
Mit freundlichen Grüßen
Edwin Raithel
Pressereferent SPD-Landtagsfraktion
http://www.bayernspd-landtag.de
e-mail:
edwin.raithel@bayernspd-landtag.de
Staatsregierung spart weiter zu Lasten der Kommunen
SPD-Finanzsprecher Heinz Kaier in Haushaltsdebatte:
Investitionsfördermittel im kommunalen Finanzausgleich
zusammengestrichen
Das Jahr 2006 ist aus Sicht des SPD-Haushaltsexperten Dr. Heinz
Kaiser das "allerdümmste Jahr", das sich die Staatsregierung für die
"Schwarze Null" aussuchen konnte. "Das zusätzliche Haushaltsloch
gegenüber dem Stammhaushalt beträgt 821 Millionen Euro - insgesamt
muss Finanzminister Faltlhauser über 2,1 Milliarden Euro
zusammenkratzen aus Rücklagen, Fonds, Stöcken, Verschuldung am
Grundstock und Darlehensrückflüssen von der Flughafen München GmbH und
der Flughafen Nürnberg GmbH sowie Ressorteinsparungen", rechnete der
SPD-Finanzsprecher in der Aussprache zum Nachtragshaushalt 2006 im
Plenum des Landtags in dieser Woche vor.
Nicht umsonst ist Bayern beim aktuellen Vergleich der Bundesländer
beim Wirtschaftswachstum auf Platz fünf zurückgefallen. Sowohl dem
Freistaat als auch den Kommunen in Bayern fehlen durch die
Kürzungspolitik die Mittel für die dringend notwendigen Investitionen,
die Nachfrage, Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze schaffen.
Das ist insbesondere auch eine Folge der niedrigsten
Investitionsquote aller Zeiten in Bayern. Im vorläufigen
Haushaltsabschluss 2005 waren es nur noch 11,7 Prozent, obwohl 12,6
Prozent veranschlagt waren. 12,6 Prozent wären schon wenig gewesen,
11,7 Prozent ist geradezu katastrophal für Bayern. Dieser historische
Tiefpunkt der Investitionen verschenkt nicht nur Wachstumspotentiale,
er kostet auch zehntausende von Jobs in Bayern.
Ein Grund für den Einbruch der Investitionen in Bayern ist das
Zusammenstreichen der Investitionsfördermittel im kommunalen
Finanzausgleich 2004. Da hat Faltlhauser gegenüber dem Stammhaushalt
550 Millionen Euro gekürzt.
Heinz Kaiser: „Und Sie wollen auch weiterhin zu Lasten der Kommunen
in Bayern sparen, den Staatshaushalt zu Lasten der Kommunen
ausgleichen. Hier verfahren Sie ganz nach dem Motto: „Auf fremden
Hintern kann man leicht durchs Feuer reiten."
Die FAG-Leistungen insgesamt sollen im Jahr 2006 zwar um 61,4
Millionen Euro oder 1,1 Prozent auf 5,71 Milliarden Euro steigen. Die
FAG-Leistungen sowohl des Jahres 2003 als auch des Jahres 2002 waren
mit 5,78 bzw. 5,77 Milliarden Euro bereits geringfügig höher. Der von
Faltlhauser geplante Finanzausgleich würde somit nicht ganz das
Volumen vor dem „Kahlschlagsjahr“ 2004 erreichen.
Betrachtet man nur die „reinen Landesleistungen“, also das, was
tatsächlich vom Freistaat in dem kommunalen Finanzausgleich fließt,
gäbe es gegenüber 2005 nur einen minimalen Anstieg um 5,5 Millionen
Euro oder 0,1 Prozent auf knapp 5,13 Milliarden Euro, rechnete der
SPD-Finanzsprecher vor.
Bereinigt man weiter um zwei Sondereffekte - Zahlungen für jüdische
Kontingentflüchtlinge und Verwendung von Haushaltsresten -, um die
Jahre 2005 und 2006 wirklich vergleichbar zu machen, sinkt in einer
ehrlichen Gesamtbilanz das Volumen sogar um 11,5 Millionen Euro im
Vergleich zum Vorjahr.
Diese Gesamtbilanz macht deutlich und begründet auch die
Beurteilung der SPD-Landtagsfraktion, dass die Staatsregierung weiter
zu Lasten der Kommunen in Bayern sparen will. Der vor allem für die
Kommunen mit dem Nachtragshaushalt 2004 eingeschlagene,
verhängnisvolle Weg der Kürzungen soll mit diesem kommunalen
Finanzausgleich 2006 fortgesetzt werden.
Groß herausgestellt wurden vom bayerischen Finanzminister die 120
Millionen Euro mehr für Investitionen im kommunalen Finanzausgleich.
Dazu Heinz Kaiser: „Ja, die Investitionsfördermaßnahmen steigen
tatsächlich um 120 Millionen Euro. Wir begrüßen das, es ist für die
Kommunen nicht nur notwendig, sondern überfällig. Von den 120
Millionen Euro sind aber tatsächlich frisches Geld für die Kommunen
nur 30 Millionen Euro, also ein Viertel. Drei Viertel, also 90
Millionen Euro, sind Gelder, die den Kommunen eh zustanden oder
zustehen: 60 Millionen Euro allein aus dem Kfz-Steuerverbund und 30
Millionen Euro sind Ausgabenreste bestehend aus nicht ausgegebenen
Mitteln für Bedarfszuweisungen und Mitteln für jüdische
Kontingentflüchtlinge.“
Insgesamt sind heute die Investitionsfördermittel im kommunalen
Finanzausgleich immer noch um 240 Millionen Euro niedriger als im Jahr
2003. Der SPD-Finanzsprecher wirft Faltlhauser vor, was er mit dem
Nachtragshaushalt 2004 angerichtet hat, ist längst noch nicht wieder
repariert.
Die strukturellen Schwächen des kommunalen Finanzausgleichs in
Bayern sollen nach den Vorstellungen der Staatsregierung weiter
bestehen bleiben:
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Die mit 11,6 Prozent mit Abstand niedrigste Verbundquote unter den
westlichen Flächenländern und damit die niedrigste
Schlüsselzuweisungen pro Kopf.
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Die Kommunen sollen weiterhin nur 42,83 Prozent am Kfz-Steuerverbund
erhalten, 2002 waren es noch 65 Prozent, 2003 63 Prozent, dann kam
mit dem katastrophalen Nachtragshaushalt 2004 der Kahlschlag auf
42,83 Prozent.
Im Wortlaut zum Download:
Ganz Bayern leidet unter Stoibers Kürzungsmarotten
Die Haushaltsrede von Dr. Heinz Kaiser im Bayerischen Landtag
http://www.bayernspd-landtag.de/downl/PK06/060308HK_NHH.pdf
Finanzminister Faltlhauser hat beim Verkauf der E.ON-Anteile
350 Millionen Euro verschenkt!
http://www.bayernspd-landtag.de/aktuell/presse_anzeigen.cfm?mehr=6156
Mit neuem Krankenhausgesetz ist die
flächendeckende Versorgung in Gefahr
Der Sozialausschuss des Landtags billigte am 9. März mit der
CSU-Stimmenmehrheit den Gesetzentwurf der Staatsregierung zur Änderung
des Bayerischen Krankenhausgesetzes. Die SPD hatte dazu ein
umfangreiches Änderungspaket vorgelegt, um grundlegende
Weichenstellungen zugunsten einer zukunftsorientierten Versorgung im
Freistaat Bayern durch ein möglichst flächendeckendes Netz von
Krankenhäusern vorzunehmen. Die überwiegend kommunal und gemeinnützig
geprägte Struktur der Krankenhäuser in Bayern muss nach SPD-Ansicht
durch Planungssicherheit sowie zeitnahe und stetige Förderung gestärkt
werden.
Wie der sozialpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion und
Vorsitzende des Sozialausschusses des Landtags, Jochen Wahnschaffe
(Regensburg), beklagt, reagiert der Gesetzentwurf der Staatsregierung
nur mit großer zeitlicher Verzögerung auf veränderte Rahmenbedingungen
der Bundesgesetzgebung und nimmt Anpassungen vor, die durch die sich
rasant ändernde bayerische Krankenhauslandschaft ohnehin unabweisbar
geworden seien. Wahnschaffe wirft der Staatsregierung vor, mit
ständigen Kürzungen der Investitonszuschüsse - allein 2003 und 2004
zusammen um rund 284 Millionen Euro - das schleichende
Krankenhaussterben in Bayern zu fördern: In den vergangenen zehn
Jahren machten 17 Kliniken mit rund 5.000 Betten dicht..
"Es ist entlarvend”, so der SPD-Sozialsprecher, "dass der Begriff
flächendeckende Versorgung im Gesetz gestrichen wurde". Wahnschaffe:
"Die Frage, wer den Bedarf an unrentablen Standorten künftig decken
soll, bleibt ebenso unbeantwortet, wie die, ob das Prinzip der dualen
Förderung durch Staat und Kommunen erhalten bleibt. Schließlich ist
auch völlig unklar, welche Leistungskriterien an die Förderung
geknüpft werden.” Durch die Einführung von Fallpauschalen werden
Planbetten für den Bestand von Krankenhäusern kaum noch eine Rolle
spielen, das Leistungsspektrum eines Hauses umso mehr.
"Wegen der strukturellen Änderungen der Krankenhauslandschaft sind
die radikalen Kürzungen der Staatsregierung genau das falsche Rezept.
Die Träger brauchen gerade jetzt mehr Hilfen, um sich für die Zukunft
fit zu machen und eine hochwertige Versorgung der Bevölkerung
sicherzustellen”, erklärt der Vorsitzende des
Landtags-Sozialausschusses. Mit ihrer Kürzungspolitik begünstige die
Staatsregierung eine schleichende Privatisierung. Damit werde nicht
nur die wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung gefährdet, sondern
indirekt auch der Rettungsdienst geschwächt. |