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Schmidt: "Elternzeit nun
auch für Väter möglich" |
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Die CDU-Familienministerin Frau von der Leyen
propagiert das Thema Vätermonate sehr geschickt. Dabei war es doch
ursprünglich eine Idee der SPD?
Das gesamte Elterngeld ist die Idee der SPD und nicht nur die
Vätermonate. Ich bin froh, dass das Frau von der Leyen fortsetzt, aber
wir haben das ja auch genau so im Koalitionsvertrag festgeschrieben.
Das bedeutet aber auch, dass sich die CDU ein
ursprüngliches SPD-Thema zu Eigen macht?
Das ist die logische Konsequenz daraus, dass auf das
Familienministerium verzichtet wurde. Nun kann die Partei, die das
Ministerium ergriffen hat, auch die Themen für sich vereinbaren. Wir
haben die Mehrwertsteuererhöhung zu vertreten und Frau von der Leyen
kann das Elterngeld verkünden. Nun sind die Erfolge auf der anderen
Seite und die unangenehmen Wahrheiten müssen wir vertreten.
Unionspolitiker argumentieren gerne, dass die Einführung der
„Vätermonate“ eine Einmischung des Staates in das Familienleben sei.
Ist es das?
Es wäre mir lieber, wenn es freiwillig gehen würde. Seit ungefähr
zwanzig Jahren haben wir das Erziehungsgeld. In diesen zwanzig Jahren
hat sich die Beteiligung der Väter an der Erziehungsarbeit von
ungefähr 2 Prozent auf knapp 5 Prozent erhöht, trotz zusätzlicher
Maßnahmen der rot-grünen Regierung, wie mehr Flexibilität und allen
Aufteilungsmöglichkeiten, die zwischen Vater und Mutter überhaupt
vorstellbar sind. Wenn in zwanzig Jahren der Prozentsatz um knapp drei
Prozent steigt, sieht man, dass es allein auf freiwilliger Ebene nicht
geht.
Und das Elterngeld wird dies ändern?
Ja, aus folgenden Gründen: Das Erziehungsgeld hatte bisher eine Höhe
von maximal 300 Euro. Damit lässt sich ein Einkommen nicht ersetzen.
Wenn man bedenkt, dass Männer in Deutschland immer noch ungefähr 20
Prozent mehr verdienen als Frauen und damit den größeren Teil des
Familieneinkommens verdienen, ist es schon aus ökonomischen Gründen
nicht möglich, auf dieses Einkommen zugunsten eines Minimalbetrags von
maximal 300 Euro zu verzichten. Das wird mit dem Elterngeld
gegenstandslos. Wenn man 2/3 seines Gehalts als Elterngeld bekommt,
ist Elternzeit auch für die Väter möglich.
Also wird das Engagement der Väter zunehmen?
In Schweden hat es zunächst nur einen leichten Anstieg gegeben, aber
inzwischen sind es immerhin 37 Prozent der Väter, die eine Elternzeit
in Anspruch nehmen. Bei uns wird es nicht so lange dauern, bis diese
Prozentsätze erreicht werden, weil zunehmend junge Männer Väter werden
wollen und Väter sein sollen.
Aber kürzlich wurde eine Studie veröffentlicht, wonach 66 Prozent der
Deutschen die so genannten Vätermonate ablehnen!
Nun, dabei gilt zu bedenken, dass bei einer solchen Studie alle
befragt werden. Gerade die ältere Generation kann sich aber gar nicht
vorstellen, dass so etwas gemacht werden kann. Fragt man aber die, die
Eltern sind oder Eltern werden wollen, dann dürfte die ganze Sache
schon etwas anders aussehen.
Reicht das Elterngeld nicht?
Natürlich reicht das Elterngeld nicht. Es gibt niemals nur ein
einziges Instrument, um das Vernünftige in der Familienpolitik zu
erreichen. Wir müssen für gute Betreuungsmöglichkeiten sorgen. Auch
das steht im Koalitionsvertrag. Wir müssen für adäquate
Arbeitsbedingungen sorgen, damit Familie und Beruf auch möglich ist,
und wir müssen die Wirtschaft mit ins Boot nehmen. Auch das steht im
Koalitionsvertrag. Nicht eine Maßnahme ist der Königsweg, sondern alle
zusammen.
Was sagt Renate Schmidt zu 12 + 2, also 12 Monate
Elterngeld plus 2 Monate Bonus, wenn die Väter Elternzeit nehmen?
Das ist das gleiche wie 10 + 2, nur zwei Monate länger. Ich freue mich
über jeden Monat, den es mehr gibt, wenn es denn finanzierbar ist.
Unsere ursprüngliche Idee war ja die: Zwei Monate Elterngeld
verbindlich für die Mutter, das ist im Fall durch die
Mutterschutzfrist schon geschehen. 2 Monate muss der Vater verbindlich
in Anspruch nehmen. Den Rest der Elternzeit sollen sich die Eltern so
aufteilen, wie sie das mögen.
Und Alleinerziehende?
Es war immer so gedacht, dass Alleinerziehende den vollen Anspruch auf
die gesamte Zeit haben. So steht es im Koalitionsvertrag. Also im
Prinzip hat die Union durch ihren parteiinternen Streit das Elterngeld
um zwei Monate verlängert, mich soll es freuen.