Wilhermsdorfer Weihnachtsmarkt 2005

Weihnachtsansprache von Bürgermeister

Harry Scheuenstuhl

 

   
 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger                                

Adventsgestecke in Büros und Wohnungen, Lichter und Tannenbäume in den Einkaufszentren - niemand kommt daran vorbei, dass Weihnachten vor der Tür steht. Auch wenn der Glanz, den das Fest auf einen ausübte, als man noch klein war, mit zunehmendem Alter etwas abnimmt, so übt Weihnachten auch auf Erwachsene seine Faszination aus.

Wer kann - und will - sich dem Lichterglanz und den erwartungsvollen Augen von Kindern oder Enkeln schon entziehen? Wer ist nicht davon angetan, wenn weihnachtlicher Schmuck den Innenstädten, Büros und Wohnungen eine ganz eigene Atmosphäre verleiht? Wer freut sich nicht, mit der Familie bei einem guten Essen gemütlich zusammen zu sitzen oder, wie sich am Weihnachtsmarkt treffen ?

Nur leider ist die Advents- und Weihnachtszeit nicht immer so stimmungsvoll, sie hat auch ganz andere Seiten. Der Konsum fordert seinen Tribut, und die Jagd nach immer aufwendigeren Geschenken bringt nicht nur ein leeres Portemonnaie, sondern auch Stress und Hektik mit sich.

Und schon sind wir mitten in der Überlegung, was Weihnachten heute noch bedeuten könnte. Sind die Weihnachtstage für uns ein paar arbeitsfreie Tage, sind sie ein Zeitpunkt für Familienfeiern, hat das Fest für uns noch eine Aussage? Fühlen wir uns von der Weihnachtsbotschaft angesprochen, der Verheißung einer friedlicheren, besseren Welt, der Frage nach dem Sinn des Lebens?

Diese Frage muss natürlich jeder für sich selbst beantworten. Doch die Frage, wohin sich unsere Gesellschaft bewegt oder bewegen sollte, wie sich das Zusammenleben verbessern ließe oder was die Menschen brauchen, um menschenwürdig zu leben, sind nicht nur von unveränderlicher Aktualität, sondern auch für jede Gemeinschaft von Bedeutung.                                                          

                                                                                                     Und was den Menschen angeht - was brauchen wir für unser Leben?

Doch der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Er braucht auch menschliche Nähe. Er braucht Zuwendung und Anerkennung, Geborgenheit und Aufmunterung. Vieles, was ihm wichtig, was für sein Wohlbefinden unverzichtbar ist, kann er nicht kaufen, sondern bekommt es über zwischenmenschliche Beziehungen. Er findet es, wenn er sich auf andere Menschen einlässt, wenn er bereit ist, auch selbst etwas zu geben.

Dass es etwas bringt, einmal innezuhalten und zu fragen, welchen Sinn unser Tun hat oder haben könnte, daran kann uns Weihnachten, daran kann uns seine Botschaft erinnern.

Aber bei aller Beschaulichkeit wollen wir nicht vergessen, dass Weihnachten auch ein fröhliches Fest ist.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger

Ich wünsche Ihnen, Ihren Familien und Angehörigen ein frohes und friedliches Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr. Möge sich der Wunsch nach Frieden und Glück bei allen Menschen auf dieser Welt erfüllen.

Ihr Harry Scheuenstuhl